Retrievertrainingsferien: Tag 2 oder “Es geht voran”
An Tag 2 der Retrievertrainingsferien hatte Cyra sich für unsere Gruppe ein großes Voran-Training vorgenommen. Insgesamt vier Fixpunkte (FP 1 bis 3 und Mark) baute sie nach und nach auf, jeweils ca. im 90° Winkel zueinander. Am Ende arbeiteten wir die Fixpunkte (drei als Voran, einen als Markierung, die zu Beginn der Aufgabe fiel) in einer Line mit vier Hunden von der zentralen Position zwischen den Fixpunkten aus: Hund 1 arbeitete Fixpunkt 1, Hund 2 danach Fixpunkt 2 und so weiter – und dann wurde durchgetauscht, so dass jeder Hund jeden Fixpunkt einmal arbeitete.
Gar nicht einfach – und ich bin total hin und weg davon, wie super Jamie diese Aufgabe meisterte. Ganz toll, mein Spatz!
Fixpunkt 1 war eigentlich weniger ein Fixpunkt als das (an Tag 1 zuvor eingearbeitete) kleine Suchengebiet, in das es über einen im Lauf des Vormittags geschaffenen Vertrauensweg über ein kleines Gebüsch hinweg und einen dahinter liegenden Abhang hinunter in den Wald hinein ging – noch mal das Foto von gestern:
Die Fallstellen sind nicht sichtbar; tatsächlich arbeiteten die Hunde, wenn sie im Suchengebiet angekommen waren, außer Sichtweite – was mich manchmal schon ganz schön unruhig werden ließ, aber Jamie kam immer wieder zurück. Mit Dummy
Fixpunkt 2 lag in der auf diesem Foto ganz hinten zu sehenden Wiesenecke; die Dummies fanden sich teilweise in dem hohen Bewuchs. Geschickt wurde die Hunde in der Kombinations-Aufgabe an der unteren Waldkante entlang, was das Einweisen für alle Beteiligten wieder etwas einfach machte (als Einzelaufgabe hatte Cyra hier auch einmal aus verändertem Winkel von der Mitte der Wiese aus – wie auf diesem Foto sichtbar – schicken lassen):
Diesen Punkt arbeiteten die Hunde, wenn sie denn von der Wiese her kamen, mit Rückenwind. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich beim Arbeiten dieses Punktes den Wind mal wieder “vergessen” hatte und Jamie, nachdem sie zwei, drei Meter über die Fallstelle hinaus geschossen war, mit dem Suchenpfiff auf den notwendigen Naseneinsatz hinweisen wollte. Mal abgesehen davon, dass der Pfiff ein bißchen früh kam, bevor sie nämlich wieder zurück an der Fallstelle war, war er wohl auch völlig unnötig. Denn was Cyra mir erklärte, ist ja eigentlich ganz klar und sollte nur unbedingt von mir öfter beachtet werden: Mit Rückenwind muss der Hund über die Fallstelle hinaus schießen, um sich dort den Wind zu holen; man konnte sehr schön sehen, wie Jamie, kaum dass sie über die Dummies hinaus war, plötzlich durch den von hinten kommenden Wind den Duft der Dummies in die Nase geweht bekam und umdrehte. Dazu hätte es meines Suchenpfiffs nicht bedurft… Im Gegenteil, wenn man will, dass der Hund selbständig arbeitet und nicht zum Befehlsempfänger wird, sollte es da gar keinen Suchenpfiff geben. Schließlich gab es ja den Wind… und mit dem bekamen alle Hunde die Dummies in die Nase.
Ich werde an mir arbeiten, damit die Sache mit dem Wind in Zukunft ein Automatismus wird – aber, verflixt, das ist alles gar nicht einfach. Würde ja aber auch keinen Spaß machen, wenn`s soooo simpel wäre
Fixpunkt 3 schließlich lag in einem dicht bewachsenen Gebüsch vor einem Graben auf der Fixpunkt 2 gegenüber liegenden Seite der Wiese, vor dem großen Baum:
Schwierig war hier zum einen der Übergang vom hellen Sonnenlicht ins dunkle, schattige Gebüsch hinein; zum anderen der dahinter liegende Graben, der den ein oder anderen Hund, darunter auch Jamie, durchaus zog. Jamie ließ sich aber – wow! – zurück pfeifen und mit einem Suchenpfiff im eigentlichen Suchengebiet auf`s Dummy lenken. Ich glaube allerdings, das war zu mal mindestens 80% Glück…
Die Markierung (Fixpunkt 4) fiel auf der Wiese am Ausläufer eines Absatzes in der Wiese.
Der Aufbau und die Durchführung dieser Aufgabe nahmen fast den kompletten Vormittag in Anspruch. Zum Abschluß blieb dann gerade mal noch genug Zeit für eine Frei-Verloren-Suche in dem Waldgebiet. Zwei Dummies, für die sie geschickt wurde holte Jamie. Danach durfte sie sich ausruhen. Tapfer, die Maus.
Und am Nachmittag:
Nach dem Training gab es dann ein gemeinsames Mittagessen im Freilichtmuseum in Bad Sobernheim und anschließend eine Führung durch das Museum. Die Hunde durften mit. Und fielen am Ende eines anstrengenden Tags in komatösen Tiefschlaf. Jamie jedenfalls.






