Das fortgeschrittenste Anfängerseminar aller Zeiten

Ui, war das anstrengend heute! Und schweeeeer! Aber auch sehr, sehr lehrreich. Ich habe mal wieder eine ganze Reihe von Erfahrungen und Informationen sammeln können, die ich wahlweise (1) sofort verwerten, (2) in mein kleines, persönliches Erfahrungs-Schatzkästchen zum Herausholen bei künftigem Bedarf stecken oder (3) sofort wieder vergessen kann. Ja, auch das kommt vor. Man muss aber, finde ich, auch nicht alles übernehmen, was man so sieht und hört, und es macht ein Seminar und einen Trainer  in meinen Augen nicht schlechter, wenn er in einigen Dingen eben doch ein anderes Ziel verfolgt als, sagen wir mal, ich ;-) .

Das heutige Seminar mit Filip Bollen jedenfalls war hervorragend, vor allem auch weil es doch so anders als alle von uns bisher besuchten Seminare war und zumindest mir noch einmal einen durchaus neuen Blick auf das Training eröffnete. Angekündigt war ja ein Trainingstag für vier Anfängergespanne (darunter wir) und vier fortgeschrittene Gespanne, die “im Wechsel arbeiten”. Ich war davon ausgegangen, dass das zwei Gruppen bedeutet… eine Anfängergruppe und eine Fortgeschrittenengruppe… aber… naja… weit gefehlt!

Filip ordnete zu meinem bassen Erstaunen (und jedenfalls zu Anfang leichtem Entsetzen…) eine Line aus acht Gespannen, wild durchmischt, frei bei Fuß, an. Und dann ging es über ungeahnte Distanzen von Memorypunkt zu Memorypunkt. Überall fielen die Dummies (acht Stück mindestens mussten ja an jedem Punkt liegen) – und die Schüsse! Oh je, ja, geschossen wurde viel. Und dann arbeiteten wir aus der Line. Beliebt waren Aufgaben, bei denen sich zunächst die gesamte Line aus acht Gespannen in einem Walk-Up (sagte ich schon frei bei Fuß?!?) in Bewegung setzte, eine Markierung mit Schuss vor die Line fiel, anschließend zunächst Memorypunkt Nr. 1 von einem Hund, dann Memorypunkt Nr. 2 von einem zweiten Hund und zuletzt vom dritten Hund die Markierung gearbeitet wurde. Zwischendurch wurden die Hunde auch mal zurückgeschickt, über alte Fallstellen dirigiert und über`s Wasser ins Schilf auf der anderen Seite auf dort liegende Memories (und, verdammt, lagen die Uferstellen weit auseinander!) beordert.

Nein, 100%ig steady ist die Maus nicht, das kann ich nach dem heutigen Tag sagen. Und die Sache mit den alten Fallstellen müssen wir definitiv weiter üben. Auch die Distanzen sollten wir (und können wir, das ist eine Erkenntnis des heutigen Tage, durchaus ruhigen Gewissens) jetzt mal langsam erhöhen. An der Standruhe feilen. Das Zurückschicken üben. Memories, Memories, Memories arbeiten.

Aber, trotz allem, ich bin einfach sehr, sehr, sehr zufrieden und äußerst glücklich mit meiner kleinen Showbombe :-D . Sie hat sich wahrlich nicht übel, nein, überhaupt nicht übel angestellt, geradezu  bewundernswert wacker geschlagen hat sie sich, die kleine Supermaus, auch wenn Filips Zusammenfassung am Ende des Tages “terrible, terrible” lautete. Aber das traf nicht die Maus und mich. Naja, schon, aber nicht nur uns… “Terrible, terrible” waren eigentlich alle (bis auf zwei Hunde) in Filips Augen gewesen… :mrgreen:

Zu einer Zusammenstellung der Aufgabenbeschreibung bin ich heute nicht mehr in der Lage. Die gibt es dann morgen.

Jetzt müssen wir zwei uns erst mal erholen.

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Autor: Jamie
Datum: Samstag, 19. September 2009 20:08
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