Aufgabenbeschreibung zum Seminar mit Filip Bollen
So, nun also zu den Aufgaben beim gestrigen Seminar mit Filip Bollen in Kallinchen bei Zossen. Wie gestern schon angedeutet, arbeiteten wir den ganzen Tag über aus der Line, die – bis auf eine Ausnahme – aus allen acht Gespannen bestand. Pausen? Nein, ein einziges Päuschen gab`s nur zur Mittagszeit; abgesehen davon standen wir in der Line – wohl dem Hund, der so viel körperliche und mentale Standruhe zeigte, dass er in der Line neben seinem Hundeführer auch mal entspannen konnte, wenn die anderen dran waren. Bei Jamie war`s gegen Mittag so weit, vorher…
Wir begannen morgens auf einer großen Wiese, umrandet von Wald, auf der wir Filip in der Line zu zwei Memorypunkten, FP1 und FP2, folgten, wo jeweils sichtig für die Hunde und beschossen Dummies ausgelegt wurden:
FP1 lag am Waldrand in einer Ecke mit mächtig viel Totholz; FP2 befand sich am Rand der Wiese vor einem Weg im hohen Bewuchs. Nach dem Auslegen der Dummies drehte die Line FP2 den Rücken zu und es begann ein Walk-Up in entgegengesetzte Richtung. Vor die Line fiel dann eine Markierung mit Schuss (und so weit wie Filip habe ich noch kaum je jemanden werfen sehen!), woraufhin die Line stoppte und der erste Hund auf FP1 voran geschickt wurde. War Hund Nr. 1 zurück, durfte der zweite Hund auf FP2 geschickt werden – und dann schließlich Hund Nr. 3 auf die Markierung. Dann kamen die nächsten drei Hunde in der Line dran. Und so ging die Aufgabe lustig weiter, es wurde mächtig durchgetauscht, bis alle Hunde jede Richtung einmal gearbeitet hatten (ein Muster, das sich während des Tages noch öfter wiederholen sollte).
So viele Schüsse, so viele Hunde, so viele Dummies, so lange Warten – die Maus war ein einziges Nervenbündel und hochangespannt, während sie auf ihren ersten Apport wartete. Dass zwei Hunde vor ihren Augen auf die Memories vorangeschickt wurden, war ja noch halbwegs tolerabel. Aber dass dann ein anderer Hund ihre (!) Markierung holen sollte – nein, also, das ging ja nun mal gar nicht. Und so sprang sie, kaum startete Hund Nr. 3 (am anderen Ende der Line übrigens; da waren noch vier Gespanne zwischen uns…!), ein
. Ach ja, punktgenau markiert hatte sie und flott war sie auch, so flott, dass sie noch vor dem anderen Hund am Dummy war – aber schön war`s natürlich nicht. Und leider auch nicht das letzte Mal… noch drei, vier Mal startete sie im Lauf des Tages frühzeitig durch. Da Anleinen von Filip aber streng verboten worden war, mussten die Maus und ich da durch – harte Lektionen in Sachen Standruhe für uns beide.
Das Voranschicken auf FP1 und FP2 war übrigens kein Problem. Als wir dann allerdings mit der Markierung dran waren, war`s mit dem punktgenauen Markieren schon wieder vorbei, und so suchte das Mäuschen eine ganze Weile viiiiel zu weiträumig, bis Filip sagte: “Can you stop her?” Äh, abstoppen? Ja, mhm, schoooon, aber bitte kein großes Handling anschließend… Auf den Stopp-Sitz-Pfiff hin saß die Maus brav. Netterweise warf Filip dann noch ein Dummy zur Fallstelle hin; ich schickte die Maus seitwärts auf das Dummy, das sie dann auch prompt hatte, und anschließend auf die gleiche Stelle (wo ja noch die Markierung lag) noch einmal voran. Und so bekamen wir auch dieses Dummy herein. Uffz. Was für ein Start in den Tag!
Für Aufgabe 2 blieb die Line dort, wo sie nach dem langen Walk-Up von Aufgabe 1 war, nämlich in einiger Entfernung von FP2:
Und nun warf Filip also für jeden Hund eine Markierung zwischen die Line und FP2, die der Hund arbeiten musste (geschickt werden sollte hier wie auf ein Blind), bevor es anschließend hieß: Durchschicken auf FP2. Tja, das Mäuschen blieb natürlich an der Fallstelle hängen. Also musste ich sie erneut abstoppen (bin ich froh, dass wir daran in letzter Zeit so gut gearbeitet haben) und dann “Back” schicken (bin ich froh, dass wir auch daran in letzter Zeit gearbeitet haben). Mit 2x Abstoppen und Zurückschicken hatte ich die Maus dann auf FP2 gebracht. Hui, das haben wir vorher noch nie, nie, nie gemacht – noch mal: uffz. Aber: Das Überlaufen alter Fallstelle ist definitiv viel, viel Übung in nächster Zeit wert.
Die nächste Aufgabe war die einzige, bei der wir ausnahmsweise mal nicht aus der großen Line mit acht Gespannen arbeiteten. Für diese Aufgabe teilte Filip uns in zwei Gruppen à vier Gespanne: Vier mussten in der Line daneben stehen und zusehen (und an der Standruhe feilen) und die anderen vier begleiteten Filip erneut in der Line zum Auslegen von Dummies an drei Fixpunkten – den alten Fixpunkten FP1 und FP2 und dem neuen Fixpunkt FP3.
Zurück in der Mitte der Wiese musste einer der vier mit seinem Hund sich zur anderen Gruppe in die Line gesellen, während die anderen drei ihre Hunde jeweils auf dem Weg in Richtung des ihnen zugewiesenen Fixpunkts mit dem Rücken zum Fixpunkt absetzten und sich dann gemeinsam in der Mitte trafen. Da saßen die Hunde also, allein, in so etwa acht, neune oder auch zehn Schritten Entfernung. Und dann fielen wieder Ablenkungsmarkierungen im rechten Winkel zum Fixpunkt oder Hunde wurden zurückgeschickt auf ihren Fixpunkt oder es fielen Markierungen direkt vor die Nase des wartenden Hundes, die dann auf Kommando aufgenommen werden und zum Hundeführer gebracht werden sollten – und all das, während die anderen beiden Hunde still saßen und warteten. Ach je.
Netterweise durften wir unsere Aufgaben (voranschicken, zurückschicken usw.) ohne Ablenkungsmarkierungen absolvieren; ein bißchen passte Filip die Herausforderung dann doch an den jeweiligen Ausbildungsstand (an die Adresse – fast – aller anwesenden Hundeführer übrigens: “terrible, terrible”) an und Zurückschicken mit Ablenkungsmarkierung, nein, das wäre für die Maus dann doch zu viel gewesen.
Zum Abschluss des Vormittags zeigte Filip uns Anfängern dann noch ein paar Übungen für das Zurück- und Seitwärtsschicken.
Am Nachmittag dann ging es auf eine benachbarte Wiese am Wasser, wo die Maus und ich noch ein einziges, letztes Mal eine kurze, knappe Diskussion in punkto Einspringen am Wasser hatten. Ansonsten war der Nachmittag einspringtechnisch problemlos – na, da hatte sie ja aber auch schon eine ganze Menge Dummies holen dürfen
.
Wir starteten mit einer Aufgabe ähnlich wie zuvor am Vormittag, nämlich mit zwei Memorypunkten und eine Markierung, die nacheinander von drei Hunden und durch die Line im Wechsel gearbeitet wurden, allerdings mit dem Unterschied, dass ein Memory nun im Schilf auf der anderen Seite eines (an dieser Stelle für unsere Verhältnisse sehr breiten) Wasserlaufs lag:
Aber der Reihe nach: Zunächst wurden sichtig und mit Schuss (beschossen wurden an diesem Tag eigentlich so gut wie alle Dummies) Dummies im Wald an FP1 ausgelegt. Anschließend marschierten wir mit den Hunden in der Line aus dem Wald heraus über eine langgezogene Barriere aus Reisigholz hinweg (die Hunde mussten hier später drüber springen, wenn sie auf FP1 geschickt wurden) in Richtung Wasser. Dort fielen die beschossenen Memories ins Schilf auf der anderen Seite (geschätzte, na, sagen wir, 25m sicherlich…?). Vom Wasser aus machten wir einen Walk-Up mit der kompletten Line in entgegengesetzte Richtung. Es fiel, wie am Vormittag, je eine Markierung mit Schuss vor die Line, Hund 1 arbeitete FP1, Hund 2 arbeitete FP2 über`s Wasser und Hund 3 wurde dann auf die Markierung geschickt.
Jamie und ich hatten zunächst die Markierung zu arbeiten (kein Problem), danach FP2 (Wahnsinn, die Maus lief ohne zu zögern zum Wasser und schwamm ins Schilf, bevor sie das Dummy ohne Schütteln zurück brachte – 25 bis 30m an Land, noch mal dieselbe Strecke im Wasser, hui *stolzbin*) und zu guter Letzt FP1 (auch kein Problem) zu arbeiten.
Die zweite Aufgabe des Nachmittags gestaltete sich ähnlich: Zunächst wurden Dummies sichtig und beschossen an FP1 und FP2 ausgelegt, dann gab es einen Walk-Up mit dem Rücken zu FP2. Die Markierung fiel jetzt kurz vor das Wasser, geschickt wurde erst Hund1 auf FP1 und dann Hund 2 auf die Markierung. FP2 sparten wir uns auf für Aufgabe 3 des Nachmittags, bei der…
… die Anfängerhunde aus der Line auf FP2 geschickt wurden. Die fortgeschrittenen Hunden musste danach bei Aufgabe 4…
… von einer Position weiter weg aus dem Wald über die Reisgholzbarriere auf FP2 geschickt werden. Zuvor allerdings gab es für uns Anfänger noch Dummies auf dem Weg dorthin, direkt hinter dem Reisigholz, auf die wir die Hunde schickten. Die Fortgeschrittenen mussten also auch über diese von ihnen beobachtete alte Fallstelle drüber geschickt werden. Nur gut, dass Filip uns das nicht zumutete… das wäre dann doch zu viel des Guten gewesen für die Maus und mich.
Zum Abschluss gingen wir noch einmal durch den Wald, über einen Weg und durch verflixt dichtes Dornengestrüpp auf die Wiese. Im Wald wurden auf dem Rückmarsch noch einmal sichtig und beschossene Dummies auf FP4 ausgelegt, auf die dann…
… von der Wiese aus der Line durch das Gestrüpp geschickt wurde, natürlich nicht ohne Ablenkungsmarkierung vor die Line. Die Markierungen flogen in diesem Fall so dicht und zackig vor die Line, dass es den ein oder anderen Hund durchaus noch einmal in den Pfoten juckte. Jamie blieb dankenswerterweise steady (oder sollte ich sagen: war müde?
). Durch das Gestrüpp ließ sie sich auch schicken, obwohl sie mir doch beim Hineinstapfen ins Gebüsch einen Blick zuwarf, der deutlich sagte, was sie von dieser Sache hielt. Hinterher war dann auch in der Line Schönheitspflege angesagt – es mussten jede Menge Kletten und anderes Zeugs aus dem Fell entfernt werden; damit war die Maus dann erst einmal beschäftigt.
Fazit: Anstrengend. Anspruchsvoll. Aufregend. Ihren Schönheitsschlaf im Anschluss hatte die kleine Supermaus sich redlich verdient. Und, was mir noch auffällt, langsam werden die Aufgaben so kompliziert, dass sie nur noch schwer zu beschreiben und aufzuzeichnen sind…











Sonntag, 20. September 2009 19:47
Das klingt ja ganz sch
Montag, 21. September 2009 21:50
Da hast Du soooooo recht
Ich dr
Donnerstag, 1. Oktober 2009 16:40
Hallo, ihr zwei, hab mal wieder gest
Mittwoch, 7. Oktober 2009 20:38
Hallo ihr Zwei,
ein toller Bericht… es muss ein sch