Markieren mit Plan
Nachdem Ruby und ihr (halbes) Rudel uns gestern eine wunderschöne Dummy-Trainings-Gegend gezeigt haben – danke, Ihr drei! – und ich jetzt außerdem mit Munition ausgerüstet bin, die ich unbedingt mal testen wollte, konnte ich nicht widerstehen und habe die Maus und mich kurzerhand ins Auto verfrachtet, um Richtung Spandau zu düsen.
So sieht`s da aus – Suchbild mit Dame:
Ist das nicht eine tolle Gegend? Geradezu prädestiniert für Markiertraining! Mit Geländeübergängen, verschiedenstem Bewuchs, weiter Sicht… hach ja. Und, ganz wichtig, wenn man so ein paar Brottüten zerdeppert, man kann mit einem Rundumblick ganz sicher gehen, dass da niemand ist – ob Mensch oder Tier -, den man mit so einem Knall stören könnte. Wobei, so wahnsinnig laut klangen die Dinger draußen im Wind irgendwie nicht. Oder vielleicht ist es auch meine Schußtechnik (die definitiv auch noch verfeinert werden kann). Vier Versuche gab`s, drei Mal hat`s geknallt – einmal schaute die Maus etwas verdutzt zu, wie ich wild mit dem Papierdings zwischen den Händen herumklatschte…
Ich kann nach dem heutigen Training gar nicht glauben, dass ich jemals angedeutet haben könnte, der Prinzessin könne es beim Markieren an Talent fehlen. Vielleicht traue ich ihr manchmal einfach zu wenig zu. Heute jedenfalls hat sie mich schwer beeindruckt.
Es gab zu Anfang eine Markierung mit Schuß Brotüttenknall, die ich etwa 25 Schritte von ihr entfernt warf. Sie blieb anständig sitzen, wo ich sie abgesetzt hatte, das schon – aber ich habe sie – Entrüstung! – ganz klar fiepen gehört, als ich zu ihr zurückkehrte, also war das mit dem Markierung arbeiten ja wohl nichts. Frei bei Fuß musste sie mit mir bis zur Fallstelle laufen, wo sie, kaum hatte sie das Dummy erspäht, ganz gerne vorgesprintet wäre und von mir gerade so noch aufgehalten werden konnte. Ich habe die Markierung – mit einem weißen Sportsocken überzogene Dummies heute übrigens durchweg – dann selbst aufgehoben und wir haben das ganze Prozedere noch einmal wiederholt.
Diesmal durfte sie selbst ran, nachdem ich sie aus einigen wenigen Metern Entfernung von ihr in eine leicht veränderte Startposition abgerufen hatte (der Appell klappte übrigens hervorragend) – und das Tempo, mit dem sie rausging, war schön. Das Tempo, mit dem sie wieder reinkam, dagegen war… bemerkenswert – bemerkenswert schnell. Das kenne ich von ihr sonst gar nicht. Normalerweise kommt sie zurück mit einer Geschwindigkeit, die klar ausdrückt, dass sie das Dummy jetzt hat und auch ganz genau weiß, dass es jetzt nicht mehr wegläuft. In aller Seelenruhe also. Meine kleine Showtrine
Die dritte Markierung habe ich dann, wieder mit einem Knall, schon 50 Schritte von ihr entfernt in den mittelhohen Bewuchs geworfen. Gearbeitet werden durfte sie nach zwei, drei Schritten frei bei Fuß auf die Fallstelle zu. Die Tiefe hat sie toll angenommen, fast punktgenau markiert – nur ein bißchen, vielleicht einen kleinen Meter, ist sie seitlich abgedriftet, hat sich aber sofort selbst korrigiert und auf das Dummy gestürzt.
Markierung Nummer 4 habe ich sie wenig später über eine ähnliche Entfernung arbeiten lassen, diesmal allerdings mit einer “tiefergelegten” Fallstelle, denn das Dummy lag im mittelhohen Bewuchs in einer kleinen Senke; Fallstelle also nicht sichtbar. Auch das hat sie wunderbar gemacht.
Für eine fünfte Markierung (letzter Knaller) haben wir die Arbeit mit einem Stop-Sitz-Pfiff begonnen, der jetzt immerhin auch auf eine Entfernung von ca. 20 Schritten klappt. Das Dummy fiel in sehr hohen Bewuchs, etwa 50 Schritte von der Maus entfernt, und ich schickte sie aus der Entfernung, d.h. von meiner Werferposition. Sie musste das Gestrüpp ganz gut durchsuchen, aber der Suchenbereich war sehr gut von ihr gewählt und sie wurde rasch fündig.
Eine letzte Markierung gab es noch einmal in hohen Bewuchs, erneut in einer Senke, aber diesmal konnte sie die Flugbahn bis zur Fallstelle sehen. Und obwohl wir hier den Standort vor dem Schicken frei bei Fuß leicht verändert haben, hat sie auch dieses Dummy ziemlich genau auf den Punkt markiert.
Viele Markierungen – nur ein Voran über 30 Schritte auf einem Weg gab`s – für einen Spaziergang, aber wenn man schon so ein gutes Stück fährt (Verkehrslage an einem Samstag ist allerdings allemal besser als Freitag nachmittags), dann muss es sich ja auch lohnen, nicht wahr? Und gelohnt hat es sich.
“Das hast Du wirklich gut gemacht, Maus.” Und jetzt: Träum` schön.




Samstag, 7. März 2009 18:21
Wooooooow! Ich bin beeindruckt, Jamie wird immer besser. Und nach den Seminaren, die Ihr so vorhabt, kann der erste Workingtest kommen.
Ich hoffe, dass Jamie eine extra Portion Kausnacks bekommen hat f
Sonntag, 8. März 2009 8:12
Na klar, was extra leckeres zum Futtern gab`s – und ein supers
Montag, 9. März 2009 19:15
Huhu,
wieso kann man nicht markieren wenn man vorher gefiept hat?
Neugierig,
Miriam
und Habca (ne, fiepen tut sie nicht)
Montag, 9. März 2009 19:36
@Miriam: Das geh