Schlammschlacht mit Norma
Als wir heute morgen um 7.30 Uhr aufbrachen zum Seminar mit Norma Zvolsky in Kleinpösna, regnete es. Als wir auf der A14 gen Leipzig fuhren, regnete es. Als wir in Kleinpösna auf den Feldweg zum Treffpunkt einbogen, regnete es. Und eigentlich regnete es danach den ganzen Tag weiter. Ach nein, halt! Eine halbe Stunde lang, irgendwann so kurz nach der Mittagspause, die aus einem hastig heruntergeschlungenen Brötchen im Regen neben dem Auto bestand, hat es mal nicht geregnet. Vielleicht waren es aber auch nur zwanzig regenlose Minuten. Jedenfalls fing es sehr bald wieder an.
Trotzdem hat der Tag viel, viel Spaß gemacht, und das nicht nur mir sondern auch der Maus, die bis zum Schluß fleißig mitgearbeitet hat, obwohl sie am Ende doch sehr müde war und beim anschließenden gemeinsamen Essen in komatösen Tiefschlaf verfiel.
Neben uns waren noch 5 weitere Gespanne angereist; 2 davon mit absoluten Anfängerhunden, mit denen einzeln intensiv gearbeitet wurde. Die anderen 4 Gespanne, einschließlich Jamie und mir, arbeiteten insgesamt vier Aufgabenblöcke – die ersten zwei einzeln, die letzten beiden in jeweils einer 2er Gruppe. Wir haben uns besonders gefreut, TQ Dakota mit Dakota-Frauchen wiederzusehen, die wir vom Dummy A -Seminar bei Angelika Theuerkauf im letzten Jahr kannten.
Norma fing mit einer einfachen Markierung und einem anschließenden Half-Blind an, um den Stand der Gespanne einzuschätzen. An dieser Stelle haben wir uns schon mal einige wertvolle Tipps und Erkenntnisse abgeholt. Es war auch, peinlicherweise, die zumindest aus meiner Sicht schlechteste Aufgabe von uns. Die Markierung fiel auf der Wiese in einer Ecke zwischen hohem Bewuchs (links) und einem Wassergraben (oben); der Hund wurde bei Fuß zur Position P1 geführt und von dort direkt geschickt:
Zunächst einmal gab es hier unser Grundproblem zu bemängeln – die Fußarbeit. Und damit in Zusammenhang stehend – das Sitzen am Bein. Das bei uns eher ein Sitzen “irgendwo in der Nähe von Kathrins Bein, meist ein Stückchen weiter vorne” ist. Ich weiß ja. Große Hausaufgabe für die nächsten Wochen…
Und dann gab`s das Markierproblem, das ja hin und wieder auftaucht. Diese Markierung jedenfalls hat Jamie nicht einfach nur schlecht sondern eher gar nicht markiert. Aaaaaaaaber! Ich weiß wenigstens, warum das heute so war, denn Norma machte mich darauf aufmerksam, dass die Kleine schon während das Dummy fliegt den Blick vom – noch in der Luft befindlichen – Dummy abwendet, um mich in all meiner Herrlichkeit anzuhimmeln: “Darf ich jetzt? Darf ich? Darf ich? Ach komm schon, darf ich? Sag`s schon: Apport!” Na, wer so Frauchen anhimmelt, kann natürlich nicht sehen, wo das Dummy hinfällt…
Kein schönes Problem, weil es leider zur Beseitigung dieses Problems eines Helfers bedarf und ich ja meistens allein trainiere, aber immerhin ein Problem, an dem man arbeiten kann. Ich werde in Zukunft mal darauf achten, wo sie so während des Dummywurfs hinschaut. Es würde jedenfalls erklären, warum sie bei unserem letzten Markiertraining so perfekt markierte, denn da stand ich ja – für die großen Distanzen – nicht neben ihr bei den Würfen, so dass es gar niemanden zum anhimmeln gab…
Nach der Markierung gab es noch ein (auf dem Rückweg des Hundes in seinem Rücken ausgelegtes) Half-Blind, das Jamie sehr schön gearbeitet hat. Abgesehen von dem auch hier bemängelten Sitzen-am-Bein-Problem, das ja nun mal in erster Linie mein Problem ist – wer es seinem Hund nicht richtig beibringt, kann auch nicht erwarten, dass der Hund es weiß. Ich muss da mehr an meiner Genauigkeit arbeiten, nehme ich an.
Von Aufgabe 2 an lief es für uns bedeutend besser. Bei dieser Aufgabe saß Hund zunächst frei bei Fuß an Position P1 ab und durfte zusehen, wie ein Helfer in derselben Ecke wie aus Aufgabe 1 schon bekannt ein Dummy auslegte. Anschließend begab sich der Hundeführer an Position P2, rief den Hund heran ins Fuß und schickte ihn voran auf das Dummy . Und so weiter:
Anschließend gab es für die Hunde eine Pause, während die beiden Debütanten ran durften. Nach der Pause dann Gruppenarbeit – Jamie und Curtis warten auf ihren Einsatz:
Bei dieser Aufgabe befanden sich beide Teams in einer Line, zunächst mit dem Rücken zum Graben. Hundeführer 1 ging mit Hund im Fuß in einer geraden Linie vom Graben weg und legte Dummy 1 für den Hund sichtig aus. Nachdem die beiden zurück in der Line waren, wurde der Hund voran auf das Dummy geschickt. Anschließend sahen beide Hunde zu, wie der Hundeführer 1 – diesmal ohne Hund – Dummy 2 an gleicher Stelle auslegte.
Die Line drehte sich daraufhin um und in der – aus den vorherigen Aufgaben bekannten Ecke – fiel eine Markierung, die von Hund 2 gearbeitet wurde. War Hund 2 mit der Markierung zurück, drehte sich die Line erneut um und Hund 1 wurde voran auf das Dummy 2 geschickt. Anschließend wurden die Positionen getauscht, so dass Hund 2 die Dummies 1 und 2 arbeitete und Hund 1 mit der Markierung dran war.
Die ganze Übung wurde danach noch einmal wiederholt und mit Aufgabe 2 kombiniert. Soll heißen: Die Hunde saßen ab, die Hundeführer begaben sich beide zusammen etwa 10 Meter weiter in die Wiese hinein, riefen ihre Hunde einzeln ab und schickten dann von der neuen Position in leicht geändertem Winkel voran auf die Dummies, zunächst jeder in “seine” Ecke und anschließend “über Kreuz”. Ganz schön schwierig, aber beide – Curtis und Jamie – haben das toll gemeistert!
Letzte Aufgabe (nach einer weiteren Pause für die Hunde):
2er Walk-Up mit Curtis und Curtis-Frauchen. Bevor die Aufgabe begann wurden jeweils zwei Dummies an den beiden aus den vorherigen Aufgaben bekannten Fixpunkten ausgelegt, während die Hunde in einer Line absaßen und zuschauten.
Die Line lief dann in Richtung Markierung, beim Geräusch (“Brrr”, machte Ernesto sehr überzeugend) hielten wir an und die Hunde setzten sich. Erneutes Geräusch, Dummy fällt. Hund 1 (Jamie) darf Markierung holen. Anschließend “Walk on!” und die ganze Prozedur für Curtis. Jamie war beeindruckend steady, nur wenig winselnd zu hören (ok, das müssen wir noch in den Griff bekommen) und ohne Anstalten zum Einspringen zu machen.
Wir zwei beim Walk-Up:
Die Line lief dann weiter – “Walk on!” – und erneut fiel eine Markierung. Statt diese arbeiten zu dürfen, wurde Hund 1 (erneut Jamie) auf eines der sichtig ausgelegten (jeweils das vom anderen Hundeführer ausgelegte, übrigens) Dummies voran geschickt. Hat sie toll gemacht, ich bin wahnsinnig stolz auf meine Maus! Zur Belohnung durfte sie anschließend die Markierung holen – das fand sie super:
Auch Curtis machte seine Sache super. Nachdem wir diese Aufgabe noch einmal für jeden Hund wiederholt hatten und alle Dummies sicher im Gewahrsam der Hundeführer waren (hier mal Jamie bei der Abgabe:),
war Schluß für heute. Es reichte den Hunden auch; man sah ihnen an, dass so ein Seminartag doch volle Konzentration fordert und recht anstrengend ist.
Unsere Hausaufgaben für die kommenden Wochen: Basics, Basics, Basics. Vor allem das Sitzen gerade bei Fuß und dicht am Bein müssen wir üben. Grundgehorsam, mahnte Norma, und, ja, ja, sie hat ja recht. Ich bekenne mich schuldig
Schnelles Hereinkommen ist übrigens noch so ein Ding… Es gab dazu ein paar Tipps von Norma, die ich beherzigen muss: Pfiff, dann rennen. Sobald sie schneller ist, den Ball zur Bestätigung rausholen und ihr zeigen. Wenn sie da ist, Ball wegstecken, Dummy abnehmen, Ball – mit großem Hallelujah und Spannung! – herausholen und bestätigen.











Dienstag, 17. März 2009 12:25
Ach, herrlich. Auch wenn ich mir mal ein Glossar zu Deinem Blog anlegen muss. *lach* Mir ist beim Lesen eingefallen dass Dir "So denkt Ihr Hund mit im Hundesport" gefallen k