Montag, 15. Dezember 2008 9:24
Wir sind zurück in Berlin; im Gepäck haben wir jede Menge neue Übungen und Trainingspläne und Aufgaben, die nicht nur für die nächsten Wochen sondern sogar Monate reichen dürften. Mitgebracht haben wir sie von zwei Seminaren mit Angelika Theuerkauf: Am Mittwoch, 10. Dezember, haben wir ein “Dummyseminar für Anfänger” bei Angelika besucht und am Sonntag, 14. Dezember, waren wir bei ihrem Seminar “Einweisen für Anfänger” aktiv. Viel Spaß hatten wir bei beiden Seminaren - und zu lernen gab es auch eine Menge.
Schwerpunkte am Mittwoch waren Basics wie Fußarbeit, Steadiness und Anti-Tausch-Übungen, all das natürlich im Rahmen von Markierungen und Voranübungen, die Angelika super für uns aufgebaut hatte. Die Prinzessin hat sich von ihrer Schokoseite gezeigt und nie, überhaupt und gar nicht herumgezickt. Überraschend steady war sie auch, wobei sie am Nachmittag bei der letzten Übung - einem dreier Walk-up, bei dem die Hundeführer (nicht die Hunde) die Dummies apportierten - wohl eher müde und erschöpft als richtig steady war…
Ganz brav war sie z.B. bei diesen Übungen, die wir zuhause unbedingt wiederholen müssen:

Hund und HF sahen von Punkt 1 aus zu, wie das Dummy sichtig vom Helfer ausgelegt wurde. Anschließend ging HF zu Punkt 2 und rief Hund heran. Von Punkt 2 aus wurde der Hund dann voran auf das Dummy geschickt. Hat die Maus ganz toll gemacht!
Das hier lief auch gut:

Während Hund absaß, ging HF in gerader Linie vom Hund weg und legte Dummy 2 aus. Anschließend ging HF zurück zum Hund, beide drehten sich um und sahen zu, wie der Helfer Dummy 1 als Verleitmarkierung warf. Daraufhin drehten HF und Hund sich um 180° und der Hund wurde voran auf Dummy 2 geschickt. Danach durfte er Dummy 1 holen. Diese Übung hat Jamie so gut gemeistert, dass ich mit ihr als nächstes eine Verleitmarkierung in engerem Winkel - bis zu 90° - ausprobieren möchte.

Drei Anti-Tausch-Übungen hat Angelika mit uns besprochen. Die hier will ich mit Jamie unbedingt öfter üben, denn während sie bei der anderen von uns getesteten Aufgabe (Aufnahme des ersten vor ihr liegenden Dummies an der Leine und anschließendes Marschieren - ebenfalls an der Leine - über weitere am Boden liegende Dummies) keine Probleme hatte, zeigte sie hierbei doch deutliche Tendenzen zum Tauschen. Bei dieser Übung fällt eine Markierung (Dummy 1). Während der Hund die Markierung arbeitet, legt der Helfer im Rücken des Hundes das Verleitdummy aus. Wichtig hierbei ist, dass das Verleitdummy ausreichend gesichert ist - bei Jamie war es schon ganz gut, dass Angelika direkt daneben stand, denn sonst hätte die Dame sich das Dummy gaaaaaaanz vielleicht doch mal geschnappt…
Den Trainingsaufbau für das Einweisen, insbesondere “Back” und “Rechts / Links” hat Angelika uns im Seminar “Einweisen für Anfänger” super erklärt - jetzt gilt es, das Gelernte umzusetzen. Mal schauen. Für uns sind diese Übungen hier sicherlich hilfreich:

Für das “Back” wird ein Dummy sichtig ausgelegt oder über den Hund geworfen; der Hund sitzt an Position 1 mit dem Rücken zum Dummy und wird vom HF, der an Position 2 steht, “Back” geschickt. Wenn der Hund das Dummy gebracht hat, bleibt er an Position 2 mit dem Rücken zum - vom Helfer als Halfblind oder sichtig ausgelegten - Dummy sitzen, während der HF sich an Positin 3 begibt und von dort aus den Hund schickt. So kann man die Distanz zum Dummy verlängern; die Distanz HF-Hund (der eigentliche “Knackpunkt” wie Angelika uns erklärte) kann zunächst gleich bleiben. Bei Jamie ist es derzeit noch wichtig, gaaaaanz dicht vor ihr zu stehen…
Zur Abwechslung geht das “Back” dann auch mal so:

HF und Hund sehen an Position 1 sitzend / stehend zu, wie das Dummy ausgelegt wird. Anschließend geht HF zu Position 2 und ruft den Hund heran. Nachdem der Hund mit dem Rücken zum Dummy abgesetzt wurde, schickt der HF ihn mit Kommando “Back” zurück.
Das “Rechts / Links” klappte bei Jamie und mir besser als das “Back”, mit dem wir beide noch so unsere (Koordinations-) Probleme haben. Für das “Rechts /Links” gibt es auch ein paar schöne Übungen:

Neben der “klassischen” Übungen (Hund sitzt in der Mitte, Dummies fliegen nach rechts und links und Hund wird geschickt) finde ich die oben gezeichnete eine schöne Abwechslung. Dabei befinden sich Hund und HF zunächst an Position 2; Dummy wird sichtig ausgelegt und Hund vorangeschickt. Anschließend wird der Hund gedreht, so dass er seitlich zum Dummy sitzt (das vom Helfer erneut ausgelegt wird) und HF geht zu Position 1. Von Position 1 aus schickt HF den Hund auf das Dummy. Nachdem der Hund das Dummy zum HF an Position 1 gebracht hat, wird der Hund an dort - an Position 1 - abgesetzt, während der HF sich an Position 3 begibt. HF ruft den Hund heran und stoppt ihn auf Höhe von Position 2 mit dem Stopp-Sitz-Pfiff ab, um ihn von dort auf das Dummy zu schicken. Ganz wichtig: Nicht zu oft den Hund beim Heranrufen abstoppen, denn es besteht die Gefahr, dass der Hund beim Hereinkommen langsamer wird… Man kann die Übung erweitern, indem der HF sich nun an Position 1 begibt, den Hund von Position 3 abruf, an Position 2 stoppt und erneut schickt. Zum Abschluß der Übung kann der Hund von Position 1 oder 3 - je nachdem wo man sich befindet - diagonal auf das Dummy vorangeschickt werden.
Die Übungen lassen sich schön variieren, finde ich, und vor allem auch sehr gut an den jeweiligen Trainingsstand anpassen. Was ich aus dem Seminar noch mitgenommen habe: Ganz wichtig ist es, die Distanz HF-Hund beim Einweisen nur langsam zu vergrößern und ab einer Distanz von 15 bis 20 Schritten auch mit Verleitungen abzusichern. Die Verleitung kann beim “Back” schicken z.B. zwischen Hund und HF geworfen werden - sollte dann aber so fallen, dass sie im Zweifelsfall vor dem “Zugriff” des Hundes geschützt werden kann.
Alles in allem hatten wir eine tolle Urlaubswoche in Marburg mit zwei schönen Seminartagen in Much, NRW.