Der Himmelhund
Dienstag, 17. März 2009 19:34
Ich habe einen Himmelhund.
Herrje.
Was mach` ich bloß?
Am Sonntag habe ich ja noch an einen einmaligen Ausrutscher geglaubt. Aber nachdem die Maus mich auch heute bei unserem zweiten Seminar mit Norma Zvolsky innerhalb weniger Tage bei jedem Voran penetrant angehimmelt hat anstatt nach vorne zu schauen, wo ich sie hinschicken wollte, muss ich mich doch fragen, ob es mir bislang nicht schlicht und einfach entgangen ist: Dass ich nämlich einen Himmelhund habe. Aber kann ich das wirklich so völlig übersehen haben? Ausschließen will ich nichts, aber… Naja. In jedem Fall war es heute definitiv ärgerlich und sorgte für das ein oder andere Einspringen, weil ich mich weigerte, Jamie zu schicken, solange sie nicht nach vorne sah, und Jamie sich gleichzeitig weigerte den Blick von mir zu wenden – und dann die Geduld verlor. Ok, nein, das war natürlich nicht der einzige Grund für unsere heutigen Einspring-Probleme. Aber dass Standruhe, vor allem bei der Arbeit mit anderen Hunden, noch nicht so wirklich unser Ding ist, war ja auch schon bekannt und daher wenig überraschend.
Aber ich fange hier mit den Problemen an – naja, einigen der Probleme, von denen es ja noch deutlich mehr gab -, dabei ist doch eigentlich viel wichtiger: Die Maus hat ihre Sache wieder ganz, ganz toll gemacht und ich bin superglücklich mit meinem kleinen Glücksdrachen!
Fotos habe ich leider selber am heutigen Tag nicht wirklich viele gemacht; war ja sehr beschäftigt. Aber lieberweise haben Ruby und ihr Rudel uns gaaanz viele Bilder zur Verfügung gestellt – ganz , ganz herzlichen Dank dafür!!! Die Bilder hier, bis auf das Jamie-ist-müde-Bild, sind also alle von Ruby-Frauchen, die neben ihrem Spaß mit dem kleinen schwarzen Flummi (der heute wieder supersüß war und sich wahnsinnig über alles – vor allem das Felldummy – gefreut hat und mit Irrsinns-Geschwindigkeit zu den Dummies flitzte) als Fotografin tätig war
Das hier ist ein Ruby-Frauchen-Foto von dem Himmelhund:
Aber der Reihe nach: Das Wetter war heute wesentlich besser als am Sonntag; abgesehen von wenigen Stunden am frühen Morgen schien den ganzen Tag die Sonne. Es gab intensives Einzeltraining für die sechs Gespanne – darunter auch Ruby und ihr Rudel -, die am Seminar teilnahmen. Fußarbeit war erneut ein großes Thema; es ist und bleibt unsere Hausaufgabe. Außerdem gab es einen Fixpunkt – einen großen Baum – , auf den viel Voran geschickt wurde.
Jamie startet durch:
Unser Grundgehorsamsproblem war während des ganzes Tages immer wieder mal sichtbar – Ablenkungen wie Jamies Spielkumpanin Ruby zum Beispiel machen ziemlich deutlich, dass es da noch erhebliches Verbesserungspotential gibt…
“Stimmt doch gar nicht”, murmelte die Maus im Halbschlaf neben mir. “Manchmal gibt es nur einfach wichtigere Dinge im Leben als das, was Du sagst. Ruby zum Beispiel ist seeehr wichtig für mich.”
“Ich weiß, Spatz, aber darüber müssen wir uns trotzdem noch einmal unterhalten. Wenn Du ausgeschlafen hast.”
“Mhm”. Aber ich glaube, sie hat gar nicht mehr richtig zugehört. Sie ist nämlich wirklich sehr, sehr müde.
Ein bißchen müde war sie ja schon während des Seminars:
Sie hat aber auch heute Aufgaben gelöst, die ich ihr gar nicht zugetraut hätte – mit der Hilfe von Norma und von Jojo, 12 Monate alter Golden Rüde aus Arbeitslinien, der einfach nur beeindruckend war und von Jojo-Frauchen ganz, ganz toll ausgebildet wird. Schöööön, so was!
So ungefähr sah`s bei der Aufgabe am Ende im Gelände aus:
Es gab zwei Fixpunkte, nämlich den Baum, auf den wir schon den Vormittag über zugearbeitet hatten, und einen Hügel. Jamie durfte beim ersten Mal mit auf den Hügel und zuschauen, wie die Dummies ausgelegt wurden; anschließend blieben die Hunde bei jedem Auslegen an Position P1 sitzen und sahen zu:
Zuletzt wurden die Dummies nur noch ohne Geräusch und ohne Wurf ausgelegt. Da hinten ist unser Hügel…:
Die Fixpunkte wurden abwechselnd gearbeitet. Bei größer werdenden Distanzen und längerer Wartezeit wurde die Aufgabe natürlich zunehmend schwierig; Jojo schaffte das ohne Probleme. Und wenn Jojo vorher in eine Richtung gelaufen war, wußte Jamie anschließend ungefähr, wo`s lang ging – und so haben wir uns von Jojo und Jojo-Frauchen “mitziehen” lassen.
Wen himmelt sie eigentlich hier an *empörtbin*
?
Am Ende der Aufgabe hatten wir eine Schwierigkeitsstufe erreicht, bei der ich, wie gesagt, meine Zweifel hatte, ob das bei uns wirklich klappen kann: Wir saßen in einer Line zwischen Position P1 und Graben, dem Graben zugewandt. In den Graben hinein veranstaltete Norma ein kleines Treiben, sprich es fielen Markierungen, die die Hunde aber nicht holen durfte – bei einer besonders dicht vor unsere Füße fallenden Markierung sprang Jamie dann doch noch ein, war aber glücklicherweise angeleint und kam nicht zum Dummy. Anschließend drehten wir uns um und schickten die Hunde – erst Jojo, dann Jamie – voran auf den Hügel. Danach Drehung um 90°, so dass wir mit dem Rücken zum Baum standen; es fielen zwei Markierungen in hohen Bewuchs jenseits eines kleinen Trampelpfads. Die Markierungen durften aber nicht gearbeitet werden; statt dessen erneute Drehung, diesmal um 180°, und Voran auf die Dummies am Baum. Danach arbeitete jeder Hund ein Dummy aus dem Treiben im Graben. Und zu guter Letzt holte jeder Hund eine der beiden Markierungen.
Klar, diese Aufgabe konnten wir nicht ganz ohne Probleme bewältigen. Aaaaber, sie klappte deutlich besser als ich erwartet hätte – und das, obwohl die Maus am Ende ihres zweiten Seminartages wirklich erschöpft war und viel geleistet hatte. Sie ist einfach ein tolles Tierchen.
Beide Seminare mit Norma haben viel Spaß gemacht; gelernt haben wir auch wieder viel. Und nun freuen wir uns auf die Trainingsferien mit ihr in drei Wochen.
Thema: Allgemein | Kommentare (4) | Autor: Jamie


























