Samstag, 18. Juli 2009 17:03
Endlich herrscht wieder annehmbares Hundewetter in Berlin! Nachdem wir in dieser Woche weder Marion noch Yoyo und Yoyo-Frauchen zum Training getroffen haben, haben die Maus und ich die heutige Gelegenheit genutzt und eine kleine Einzel-Trainingseinheit eingelegt - es ging um das große Thema Einweisen.
Langsam möchte ich anfangen, das Seitwärts-Schicken mit dem Stopp-Sitz-Pfiff zu verbinden. Das haben wir zwar hin und wieder bei Marion schon getan, aber für die Maus benötigen wir an dieser Stelle ein langsam aufeinander aufbauendes Training, denke ich. Denn er hängt doch noch, unser Stopp-Sitz-Pfiff beim Voranschicken.
Also habe ich mir für heute folgende Übung überlegt:

Von Position P1 aus lief ich mit der Maus bei Fuß zu FP2 und vor dort zu FP1. An FP1 ließen wir zwei Dummies zurück, bevor wir zurück an die Startposition P1 kehrten. Von dort aus lief ich sicherheitshalber noch einmal an FP2, während die Maus an P1 absaß. Danach war das voran auf FP2 kein Problem; dort stoppte ich die Maus mit Stopp-Sitz-Pfiff - verbale Sitz-Kommandos sind immer noch nötig und promptes Sitzen sieht anders aus, aber letztlich saß sie… und ließ sich sehr schön und mit nur einem Kommando seitwärts auf FP1 schicken. Nachdem wir diese Übung noch einmal wiederholt hatten, änderten wir die Startposition und gingen zu Übung 2 über:

Fälschlicherweise nahm ich an, dass die Maus von FP1 allein den Weg nach FP2 finden würde und ging ohne sie den Weg ab (von P2 über FP2 nach FP1), während sie an P2 absaß. Das Voran auf FP1 nahm sie auch schön an, aber beim Seitwärts-Schicken auf FP2 stellte sich heraus, dass ich die Maus da überschätzt hatte; sie wusste nicht wohin - unser Seitwärts-Kommando sitzt noch nicht sooo gut. Also gingen wir, wie bei Übung 1, gemeinsam noch einmal den Weg ab. Dann klappte es auch hervorragend; na gut, bis auf den Stopp-Sitz-Piff, der definitiv noch schneller wirken könnte
Im zweiten Teil unseres Einzel-Trainings wollte ich enge Winkel und lange Voranstrecken miteinander kombinieren. Auch diese Dinge, so stellte sich heraus, können noch geübt werden. Die Aufgabe so sah aus:

Von P1 aus gingen wir gemeinsam zu einer Baumgruppe, sicherlich gut 80 bis 90m entfernt, und ließen dort drei Dummies. Anschließen ging es zurück zu P1 und vor dort bei Fuß zu eines Insel aus hohem Bewuchs, Entfernung 50m. Zurück an P1 schickte ich die Maus erst voran auf die weiter entfernten Dummies an der Baumgruppe, danach auf die Insel aus hohem Bewuchs. Beide Vorans nahm sie hervorragend an.
Zu schwierig erwies sich dann aber der Wechsel unseres Standorts zu P2. Von dort aus ließ sie sich nicht an der zweiten Fallstelle vorbeischicken; die Insel aus hohem Bewuchs zog und zog und zog… Ungehorsam war das nicht; die Aufgabe war definitiv schlichtweg zu schwer. Es nützte auch nichts, dass ich ein Stück in Richtung der Baumgruppe ging, um ihr den Weg zu weisen. Wir mussten uns gemeinsam bis an P3 begeben, damit der Maus wieder einfiel, wo sie eigentlich hin sollte.
Ich bemühe mich ja eigentlich, Aufgaben so aufzubauen, dass die Maus so wenig Fehler wie möglich machen kann, und ein wenig ärgerlich finde ich es schon, wenn mir dann so eine deutliche Überforderung wie heute passiert. Aber andererseits muss man manchmal die Grenzen ausloten und dann notfalls eben einen Schritt zurück machen. Und so haben wir zumindest die Erkenntnis gewonnen, dass enge Winkel besser in Verbindung mit kurzen, einfachen Memories geübt werden sollten. Und lange Voran-Strecken getrennt davon. Hätte ich mir zwar auch vorher denken können, aber…
Hinterher haben wir noch einen schönen Abschluss-Spaziergang gemacht, inklusive Seebesuch. Sehr schön.