Beiträge vom September, 2010

Gruppenangehörige ohne Gruppe

Donnerstag, 9. September 2010 19:38

In Berlin – und ich bin sicher in vielen anderen Großstädten dieser Welt ebenso, auch wenn ich in Bischkek dergleichen noch nicht gesehen habe – kann man immer wieder  zwischendurch sogenannte “Gruppenangehörige ohne Gruppe” treffen. Man erkennt diese besondere Spezies sehr leicht an dem beunruhigten Gesichtsausdruck gepaart mit dem nervösen Wippen von den linken auf die rechten Zehenspitzen in Kombination mit einer unnatürlichen Streckung des gesamten Oberkörpers und einer permanenten Verrenkung der Halswirbel, mal hierhin, mal dorthin, vor, zurück, links, rechts und dann, bitte schön, im Kreis – das ist der “Gruppenangehörige ohne Gruppe” in voller Aktion, sprich:

auf der Suche nach der Gruppe.

Heute konnten die Maus und ich auf unserem abendlichen Spaziergang erstmals eine Kuh (!) die diversen Stellungen des “Gruppenangehörigen ohne Gruppe” einnehmen sehen. Die Arme war wohl ein bißchen zu verfressen gewesen und hatte sich an ein paar Grasbüscheln rechts des Weges festgefressen…  auch das übrigens typisches “Gruppenangehörige ohne Gruppe”-Verhalten (obwohl der Berliner Typ grundsätzlich eher an Shopping-Auslagen als an Grasbüscheln hängen bleibt). Zusätzlich untermalte sie ihre verzweifelten Reck- und Streck- und Ich-Schau-Mich-Um-Suche nach dem Rest der Herde mit einem zunehmend dringender anmutenden “Muuuuuhhh”.

Was den Glücksdrachen ausnahmsweise gar nicht störte.

Oh ja! Ein bislang schöner Nebeneffekt unserer Bischkek-Zeit ist nämlich: Der Glücksdrache, eigentlich Stadthund durch und durch, lernt mit vielen Schafen, Kühen und Pferden (die hier überall und ganz unvermutet auftauchen können – auf der Straße, neben der Straße, auf dem Feld, vor, links, rechts und hinter uns…) umzugehen ;-)

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Die Sache mit den Türen…

Mittwoch, 8. September 2010 8:08

… ist dem Mäuschen irgendwie nicht so ganz klar. Oder sagen wir vielleicht besser: Das Mäuschen hat von der Tür-Frage einfach andere Vorstellungen als das Mäuschen-Frauchen. Die Haustür etwa wird vom Mäuschen-Frauchen gern genutzt, wenn sie (=ich) am Ende eines Arbeitstages nach Hause zurückkehrt, aber das Mäuschen nutzt einfach gerne die auf der anderen Seite des Hauses gelegene Terrassentür.

Und so stürmt die Maus also bei meiner Rückkehr – die ultimative Glücksdrachen-VIP-Betreuung ist zu diesem Zeitpunkt schon ins eigene Heim zurückgekehrt und der Glücksdrache also allein zu Hause -  zur sich öffenenden Haustür, in Riesensätzen und unbeschreiblicher Aufregung um mich herum… und dann aus der Haustür hinaus und durch den Garten zum (in ihren Augen) eigentlichen Eingang, der Terrassentür. Und wartet dort, bis ich die Schuhe ausgezogen und die Tasche abgelegt, das Haus durchquert und die Terrassentür geöffnet habe ,und da sitzt sie dann, immer noch höchst aufgeregt, mit wild wedelnder, fast schon zitternder, Rute und grooooßen Glücksdrachen-Augen. Und dann darf sie endlich wieder hinein, zum Glücksdrachen-Frauchen.

Durch die Terrassentür.

Quod erat demonstrandum.

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Networking à la Bischkek

Dienstag, 7. September 2010 19:07

“Expats” – das sind wir. Die Nicht-Kirgisen in Kirgisistan. Naja, eigentlich die Nicht-Kirgisische-Staatsangehörigkeit-Besitzenden in Kirigisistan (denn wir wollen nicht all die Minderheiten vergessen, die in Kirgisistan – bislang – ihre Heimat haben – Usbeken, Russen, Deutsche (!), Uiguren…). Wichtiger Bestandteil des Expat-Daseins ist das Networking. Denn: Entscheidende Informationen sind oft nur so zu erhalten.

So zum Beispiel die Lösung der leidigen Frage: Wie komme ich eigentlich an Geld? Heute haben wir dazu einen tollen Tipp von Jens Siebert und Petra Schubert erhalten; es gibt demnach tatsächlich zwei Bankautomaten in Bischkek, bei denen die deutsche Maestro-Karte in Kombination mit der richtigen PIN am Ende ein paar Som (= Geld) ausspucken sollen. Wir werden es bei Gelegenheit testen.

Auch wer sich einfach nur für das Bischkeker Leben (und das Bischkeker-Expat-Leben insbesondere) interessiert, findet übrigens bei den beiden interessante Berichte. Ganz besonders ans Herz legen möchte ich den Bericht über das Autofahren in Bischkek. Den ich voll unterschreiben kann :-D

Nur für Bischkeker Expats, die zudem auch noch der deutschen Sprache mächtig sind, ist dagegen die “Buchausleihe” interessant. Aber ein toller Service, danke!

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Heimaturlaubstransportüberlegungen

Dienstag, 7. September 2010 8:46

Ja, doch, man überlegt ja schon ein bißchen, auch wenn es hier in Bischkek nach wie vor sehr schön ist und kein unmittelbarer Heimaturlaubsdrang besteht. Aber was, wenn doch? Wie hinkommen?

Es gibt diverse Möglichkeiten. Man könnte z.B. nach Almaty fahren, mit dem Auto natürlich, und dann den Direktflug mit der Lufthansa nehmen, Bischkek-Frankfurt, zack-zack ist man da – jedenfalls wenn man mal den Grenzübergang und die Strecke nach Almaty geschafft hat. Der Grenzübergang mit Hund macht diese Strecke natürlich auch bürokratisch mal wieder komplizierter.

Oder man macht es wie jenes deutsche Ehepaar mit zwei Hunden in Bischkek, die jeden längeren Heimaturlaub mit ihren Tieren per Aeroflot über Moskau erreichen. So wie wir hergekommen sind. Bislang ohne Probleme.

Was meinst Du, Maus? Sollen wir uns das noch eine Weile überlegen?

Wir haben ja noch Zeit. Und sammeln fleißig bei den hiesigen deutschen Hunden und ihren Herrchen und Frauchen Erfahrungen…

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Weg ist sie

Montag, 6. September 2010 20:42

Nein, nicht der Hund. Die Sonne. Mittlerweile geht sie – leider – schon um 19.29 Uhr abends in Bischkek unter; daheim, in Berlin, ist sie immerhin noch 15 Minuten länger zu sehen – laut Worldmeteo.

Gegen ein bißchen mehr Sonne (= mehr Spaziergangszeit am Abend) hätten wir ja nichts einzuwenden. Andererseits kann man bei lauen 25° C um 20.40 Uhr auch bei Dunkelheit noch schön draußen sitzen/liegen. Und so machen wir das auch – der Hund auf dem Rasen und das Frauchen… auf der Hundedecke ;-)

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Wandern, zelten, abenteuern

Sonntag, 5. September 2010 17:34

Wir sind zurück von unserem ersten Kurztrek durch die kirgisischen Berge. Weit sind wir nicht gekommen, es ist also wirklich ein Mini-Kurztrek gewesen, mit nur einer Übernachtung und einem Zeltplatz, der schon auf dem Rückweg lag, aber als unser erstes Outdoor-Abenteuer hat es uns viel Spaß gemacht.

Unterwegs waren hier, im Alamedin-Tal südlich von Bischkek…

… und die Landschaft war mal wieder fantastisch.

Wo ist der Hund?

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Immer weiter…

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… bis es dann doch irgendwann irgendwie so überhaupt nicht mehr weiterzugehen schien. Vielleicht bin ich allerdings, was Wege betrifft, auch einfach nur ein bißchen pingelig, denn die drei Jungs, die wir auf dem Rückweg trafen, nahmen den gleichen “Weg” wie wir – und waren dann plötzlich auf der anderen Seite des Flusses zu sehen. Muss also doch wohl so etwas wie ein Pfad gewesen sein, auf dem wir uns da befanden – auch wenn`s mir mehr nach Dickicht und Unterholz aussah. Nächstes Mal schauen wir, ob wir nicht weiter kommen…

So kehrten wir um und suchten uns, auch sehr gemütlich, auf halbem Weg zurück einen Platz für die Nacht:

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Aufgebaut hat das Zelt…

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… natürlich nicht die Maus, auch wenn sie hier so erschöpft aussieht, als ob sie das gute Stück eigenhändigpfötig und ganz ohne Hilfe hochgezogen hätte:

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Unser Zeltplatz war einsam gelegen, aber nicht ganz so ruhig wie man es sich für die Nacht hätte wünschen können – nächstes Mal weiß ich es besser, als so nah an einem rauschenden Gebirgsbach nächtigen zu wollen :-D

Trotzdem, der Blick war fantastisch:

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Geschlafen haben wir auf 1800m; ich hab` mit dem GPS (am Thuraya-Satellitentelefon – Erreichbarkeit = Sicherheit in allen Lebenslagen) genaue Standortbestimmung betrieben. Am nächsten Morgen dann Frühstück beim Sonnenaufgang, im Hintergrund die schneebedeckten Berge (die man auf dem Foto allerdings nicht sonderlich gut erkennen kann – die gute, nur leider auch sehr schwere, Fotoausrüstung wollte ich allerdings nicht auch noch schleppen)…

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… und zünftig war das Frühstück auch. Es gab selbstgebackenes Brot Bannock (man beachte im Hintergrund die Vorräte – von links nach recht: Mehl, Brennspiritus (!), Öl, Marmelade, Honig, Kaffeepulver, und natürlich vorne: die Eier)…

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… und Spiegeleier (man beachte die deutliche Reduzierung der Vorräte im Hintergrund)…

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… und natürlich Kaffee, denn ohne Kaffee geht gar nichts.

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Nachdem dann alles wieder gut verpackt und verstaut war…

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… und ich festgestellt hatte, dass der Rucksack trotz Lebensmittelkonsums irgendwie nicht viel leichter zu werden schien, ging`s auf den Rückweg. Vielleicht finden wir ja nächstes Mal einen besseren Weg, der uns weiter ins Tal hineinbringt – möglicherweise bringt es auch etwas, noch eine Weile dieses (einzige) Hinweisschild zu studieren :-D

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Bis dahin, sagen mir meine Oberschenkelmuskeln übrigens gerade, sollte ich unbedingt noch ein etwas für meine Fitness tun…

Thema: Wir sind dann mal weg | Kommentare (4) | Autor: Jamie

Wasserversorgung

Samstag, 4. September 2010 8:01

Weil das Wasser aus dem Wasserhahn stark gechlort und “reichhaltiger” ist, als man es sich für den täglichen Trinkbedarf vielleicht wünschen würde, wird damit nur gekocht und gespült. Sowohl hund als auch mensch haben für die so wichtige Flüssigkeitszufuhr eine andere Quelle…

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… im Haus gefunden. Der Wasserspender ist eine Leihgabe der Firma, die 19l-Flaschen werden auf Bestellung geliefert – und raus kommt, je nach Knopfdruck, schöööön kaltes oder seeehr heißes Wasser.

Natürlich führt hund – anders als mensch – sich auf unseren Spaziergängen gerne noch die Variante “Gebirgswasser” zu.

Thema: Ausstattung | Kommentare (2) | Autor: Jamie

Neue Wege

Freitag, 3. September 2010 18:05

Es ist uns endlich gelungen, einen ca. 60-Minuten-Rundweg von unserer Haustür zu… ja, unserer Haustür zu finden. Wir probieren ja immer noch neue Wege aus. Und zum Glück gibt`s auch immer noch etwas zu entdecken.

Der heutige Weg war nicht schlecht, die wiederholten Kleinst-, Klein- und Größer-Müllhalden links und rechts (die zu diversen Diskussionen zwischen der Maus und mir über den Umgang mit ihnen und den darin enthaltenen Leckereien Wegwerfartikeln führen) sind in Wohngegenden leider nicht völlig zu umgehen. Uns fehlt ein bißchen die BSR

Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Jamie