Samstag, 6. November 2010 14:31
Heute sind wir mal nicht Richtung Süden in die Berge sondern nach Norden in die Stadt gefahren. Statt Berg-Tour hieß es also: Stadt-Rundgang. Für die Maus nicht ganz so schön wie eine Bergtour, aber sie ist ja eine echte Großstadtkennerin und als Berliner Mädel einiges gewöhnt. Kurz und gut, sie hat`s mit einem Naserümpfen – “na gut, wenn`s sein muss” – und stoischer Gelassenheit mitgemacht. Danke, Spatz.
Geparkt haben wir das Gücksdrachenmobil in der Nähe des Tsum, Bischkeks Variante eines Groß-Kaufhauses…

… und groß ist der Tsum Department Store allemal. Es gibt auch einiges zu kaufen und das Prinzip ist schon das eines Kaufhauses
– nur sollte der geneigte Shopper schon auf ein eher zentralasiatisches Einkaufserlebnis gefasst sein. Nicht zuletzt kann es mit all den Verkaufsboutiquenständen ziemlich eng da drin werden.
Der Gegensatz zum Tsum wäre dann das Bischkeker Straßenkiosk…

… von denen es eine ganze Menge gibt.
Auf dem Platz des Sieges hat uns dann das dort übliche Wochenend-Bild empfangen: Hochzeitspaare en masse, die für ein Foto..

… Schlange stehen. Ansonsten: Großer Platz, ein wenig begrünt, aber vor allem eben eins: groß, groß, groß.
Abgesehen von den zentralen Plätzen der Stadt ist Bischkek aber nun wirklich sehr, sehr grün. Viele Parks reihen sich aneinander, dazwischen Alleen und begrünte Straßenzüge. Die Parkanlagen sind noch dazu vergleichsweise gut gepflegt und…

… lassen deutlich erkennen, dass hier die Russen Sowjetunion dem Stadtbild ihren Stempel aufgedrückt hat. Einen freien Platz auf einer Parkbank zu bekommen, ist gar nicht so einfach an einem sonnigen Tag wie heute, was nicht etwa daran liegt, dass es nicht genug Parkbänke gäbe, sondern mehr daran, dass sie…

… fast alle belegt sind. Man sitzt eben hier sehr gerne im Park, etwa unter dem kirgisischen Äquivalent zur Freiheitsstatue:

Bischkek hat sogar ein Hyatt-Hotel – und ja, doch, es ist wirklich schick, auch innen drin

Das öffentliche Verkehrssystem funktioniert erstaunlich gut, auch wenn es sicherlich noch Verbesserungsbedarf gibt und ich lieber nicht wissen will, wie die Bischkeker Straßen in ein paar Jahren aussehen – von wegen Verkehrsaufkommen, Tendenz steigend. Solche Marschrutkas…

… fahren zu Hunderten durch Bischkek. Meistens sind sie weiß, aber so den ein oder anderen roten Farbtupfer findet man auch. Wie man sieht.
Tankstellen gibt`s auch genug; die russische Gazprom beherrscht anscheinend – jedenfalls dem Straßenbild Bischkeks nach zu urteilen – den Markt:

Wir sind dann noch den Chui-Prospekt (Bischkeks “Unter den Linden”) bis kurz vor`s Weiße Haus (ja, ernsthaft, so nennen sie den Regierungssitz hier wirklich) hinunter gelaufen – hier fanden im April die zentralen Unruhen statt:

Teil II folgt irgendwann mal – wenn wir ich wieder Lust auf einen Stadtspaziergang habe.