Bücherecke
Bücher, die Einblicke geben, und Bücher, die Ausblicke ermöglichen. Bücher mit einem ernsten Anliegen und Bücher, die zum Lachen bringen wollen. Bücher für konzentrierte Lesestunden und Bücher für die Bahnfahrt. Bücher zum Mit-dem-Kopf-Nicken und Bücher zum Augenbrauen-Hochziehen.
Eine kleine Sammlung, eine Auswahl, nicht mehr.
I. Psychologie, Verhalten, Ausdruck
Ein, zwei Bücher über “den Hund an sich” – sein Verhalten, seine Körpersprache, seine Herkunft, seine Biologie, sein Sozial- und Lernverhalten und sein Wesen. Eben alles, was so dazugehört.
“Hundepsychologie” von D.U. Feddersen-Petersen
Das Standardwerk schlechthin. Zu entdecken gibt es eine ganze Fülle von Informationen rund um den Hund. Das Buch “spiegelt eine über 20jährige systematische Forschungsarbeit an Wölfen und verschiedenen Hunderassen wider.” Ein “gewaltiges Grundlagenwerk” – ja, das sieht man. Ein Buch zum Immer-Mal-Wieder-In-Die-Hand-Nehmen.
Top Ten Buch!
“Ausdrucksverhalten beim Hund” von D.U. Feddersen-Petersen
Die stark wissenschaftlich geprägte Annäherung ans Thema, aber wer Feddersen-Petersen kauft, erwartet wohl auch keinen Bildband. Durch dieses Buch muss man sich eher durchkämpfen. Ein Kampf, der sich lohnt, keine Frage. Aber wer keine Lust zum Kämpfen hat, kann sich sehr gut weiter unten bedienen…
“Calming Signals” von T. Rugaas
Ein Buch, das einmal als wegweisend galt, dessen Inhalt aber heute fast schon Allgemeingut unter Hundehalter sein sollte. Oder doch nicht? Ich fand`s enttäuschend, aber ich habe es zugegebenermaßen nicht gerade zu Beginn meiner Hundehalterkarriere erworben. Von Calming Signals hatte ich schon einiges gehört. Wer das noch nicht hat oder einfach nicht genug davon bekommen kann oder wer einfach nur historisches Hundebücher-Interesse hat, kann ruhig zugreifen.
“Hundeverhalten” von B. Handelmann
Fast 350 Seiten, über 800 Fotos und begleitende Texte – der Band von Barbara Handelmann ist ein wunderbares Buch über Hundeverhalten, das vor allem aufgrund der Bildervielfalt, aber durchaus auch durch die ergänzenden Ausführungen im Text, großartige Einblicke in die Vielfalt der körpersprachlichen Kommunikation unserer Hunde gibt. Wie der Einband so richtig sagt: “Willkommen in der Welt der Hunde”!
Top Ten Buch!
“Spielverhalten bei Hunden” von M. Käufer
Ein absolutes Must-Have für jeden Hundehalter, nicht nur für bücherversessene Hundenarren. “Aus wissenschaftlicher Sicht liegt hier ein enorm wertvolles Buch vor, das die Erkenntnisse der Forschung für Hundehalter und Trainer nutzbar macht. Ich wünsche ihm daher eine besonders weite Verbreitung” (PD DR. Udo Gansloßer, Universität Greifswald). In der Tat. Ich auch. Fazit: Kaufen!
Top Ten Buch!
“Hundesprache” von K. Schlegl-Kofler
Ein kleines Heftchen, auf das verzichten kann, wer sich bereits ein wenig mit Körpersprache und Ausdrucksverhalten von Hunden auseinandergesetzt hat. Wer das noch nicht getan hat, ist mit “Hundeverhalten” von Barbara Handelmann und “Spielverhalten bei Hunden” von Mechtild Käufer klar besser bedient. Als kleine Übersicht über die wesentlichen körpersprachlichen Elemente mit hübschen Fotos nicht schlecht, wenn es wirklich nicht mehr sein soll.
“Das andere Ende der Leine” von P. McConnell
Ein Klassiker und definitiv ein Buch, das zu lesen sich lohnt. Patricia McConnell gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Jedes Buch von ihr ist es wert, gelesen zu werden. Wenn es aber aus dem reichen Fundus an Patrica McConnell-Büchern nur eines sein darf, dann unbedingt dieses. Fazit: Kaufen!
Top Ten Buch!
“Liebst Du mich auch?” von P. McConnell
Ich glaube, ich hatte erwähnt, dass Patricia McConnell zu meinen absoluten Hunde-Lieblings-Autorinnen gehört? Hier ein weiteres wunderbares Buch von ihr. Es geht: Um die Gefühlswelt von Hunden. In einer großartig leicht zu lesenden, mitunter herrlich amüsanten, manchmal auch traurigen und immer mitfühlenden Art geschrieben.
“Die Pizza-Hunde” von G. Bloch
“Dominanz – Tatsache oder fixe Idee” von B. Eaton
Gibt es das wirklich noch? Hundehalter, die ihren Hunden den Alpha-Wurf angedeihen lassen, peinlich genau darauf achten, wer zuerst seine Mahlzeit zu sich nimmt und ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihrem Hund durch einen Platz auf dem Sofa der Weltherrschaft ein Stück näher bringen? Wirklich? Ja? Na, dann. Bitte kaufen. Alle anderen können sich dieses dünne Heftchen auch schenken.
“Die Welt in seinem Kopf” von D. Schneider
Dorothée Schneider schreibt über das Lernverhalten von Hunden. Sehr interessant. Sehr theoretisch. Es sind sicher viele richtige und wahre Aussagen in diesem Buch enthalten; es sind sicher eine ganze Menge Worte und Gedanken, über die nachzudenken sich lohnt, die im Hinterkopf zu haben nicht schlecht ist. Ein bißchen mehr Praxis hätte es aber schon sein können. Wer ein Gefühl für seinen Hund hat, ihn lesen kann und ein Grundverständnis für Lernen hat, braucht dieses Buch eigentlich nur, wenn er gerne auch ein bißchen Theorie unter die Praxis füttert.
II. Körperbau, Gesundheit & Ernährung
Wo sitzt beim Hund das Kniegelenk? Wie funktioniert der Bewegungsablauf? Hüftgelenksdysplasie, was genau bedeutet das? Wieviel Zähne hat der Hund und wann verliert er sein Milchgebiss? Wie und wo und was verdaut der Hund? Und was, was nur, was füttere ich ihm? Bücher, die bei der Suche nach Antworten helfen.
“Vom Körperbau des Hundes” von E. Aldington
Dieses Buch hält, was es verspricht. Es geht: Um den Körperbau des Hundes. In allen Einzelheiten. Muss man wissen, ob man sich dafür interessiert.
“Ernährung des Hundes” von H. Meyer / J. Zentek
Mein persönlicher Favorit, wenn es um die Ernährung des Hundes geht. Ein Buch zum Drinblättern, zum Nachschlagen und Entdecken. Nicht zum Von-Vorn-Bis-Hinten-Mal-Eben-So-Durchlesen. Ich nehme es immer wieder gerne zur Hand. Fazit: Kaufen!
Top Ten Buch!
Die Päpstin aller BARFer hat eine schmale Broschüre zu Biologisch Artgerechtem Rohem Futter für Hunde verfasst. BARF ist auf dem Vormarsch (oder schon wieder Rückzug?), BARF ist toll (oder doch nicht?), BARF ist Mode (oder zeitlos?), BARF ist… Nein, meine Hunde werden nicht “gebarft”. Ich habe meine Gründe – so wie jeder, der sich über die Fütterung seiner Hunde Gedanken gemacht hat, gute Gründe für seine Fütterung hat. Auch mit BARF habe ich mich beschäftigt. Wer nicht unbedingt “barfen” und sich damit auch nicht weiter auseinandersetzen will, ist mit dem Meyer/Zentek besser bedient – und auch BARFern kann ich ihn nur empfehlen…
“Erste Hilfe für den Hund” von F. Lausberg
Ein Buch, das man hoffentlich nie braucht, zumal echte Notfälle im Zweifelsfall keine Zeit für`s Nachschlagen lassen. Für die Zusammenstellung einer Hausapotheke und das Anlegen von Verbänden aber gut zur Hand zu haben.
III. Erziehung und Gehorsam
Sitz, Platz, Fuß. Und einiges mehr. Viele Wege führen nach Rom. Hier sind einige davon.
“Das Kosmos Erziehungsprogramm für Hunde” von N Hoefs / P. Führmann
Übersichtlich, klar strukturiert, mit Übungsplänen und -zielen, Schritt für Schritt aufbereitet, viel Praxis, wenig Theorie – Ersthundeführer, die wissen wollen, wie sie ihrem Hund die wichtigsten Regel und Kommandos beibringen können, sind mit diesem Werk erst einmal gut bedient.
“So denkt Ihr Hund mit” von N. Miodragovic
Für mich das Clicker-Buch schlechthin, ein echter Augenöffner. Wer sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, kommt m.E. um dieses Buch nicht herum. Und wer nur mal wissen will, wie das mit dem Clicker eigentlich funktioniert, investiert sein Geld am besten gleich in dieses Werk – hier wird Shaping wirklich erklärt und der Clicker nicht zum simplen Click & Treat degradiert.
Top Ten Buch!
“The Thinking Dog” von G. Fisher
Das zweite gute Clicker-Buch, das ich empfehlen kann; besonders für Hunde und Hundeführer geeignet, die erst spät zum Clicker finden. Leider nur auf Englisch erhältlich.
“Clickertraining für Hunde” von M. Pietralla
Das Clickerwerk von Martin Pietralla ist sicher nicht schlecht, kommt aber an die beiden oben genannten Werke in meinen Augennicht heran. Aber einen schönen Absatz gibt es darin, einen klugen Absatz, der in vielen anderen Werken zum Thema fehlt und dieses Buch dann doch wieder bemerkenswert macht: “Der Clicker ist nur ein kleines Hilfsmittel. Sie können auf Hintergrundwissen nicht verzichten, sonst bleibt es beim Pfötchengeben. Und kein Hilfsmittel dieser Welt bewahrt Ihren Mogli davor, die Phasen des Erwachsenwerdens mit all ihren Begleiterscheinungen zu durchleben, auch nicht der Clicker. Darum lesen Sie Lorenz und seine Schüler. Spannend ist es allemal.” Recht hat er, der Martin Pietralla.
“Hunde sind anders” von J. Donaldson
“Ich lauf` schon mal vor…” von T. Baumann
“Hundeausbildung leicht gemacht” von M. Miodragovic
“Obedience-Training Schritt für Schritt” von I. Niewöhner
“Obedience: Gehorsam in Perfektion” von T. Sinner / G. Lehari
“Obedience: Schritt für Schritt zur Turnierreife” von B. Laser
“Das unerwünschte Jagdverhalten des Hundes” von C. von Reinhardt
“Es würde Knochen vom Himmel regnen” von S. Clothier
IV. Die Sache mit dem Dummy
Die wichtigste Nebensache der Welt! Diese Bücher dürfen hier natürlich nicht fehlen. Für Dummyfreaks und solche, die es werden wollen:
“Retrieverschule für Welpen” von N. Zvolsky
Behandelt die ersten Wochen nach der Übernahme des Retrieverwelpen mit – natürlich! – den ersten Schritt hin zur späteren Dummyausbildung. Ein Buch, das schön ist; ein Buch, das ich persönlich gerne auch beim Zweithund gelesen habe; ein Buch, das man haben kann – oder auch nicht. Mit ein bißchen Hunde- und Menschenverstand und der Retrieverschule lässt sich die Welpenzeit nämlich genau so gut bewältigen. Trotzdem sicher kein Fehlkauf!
“Die Kosmos Retrieverschule” von N. Zvolsky
Dieses Buch gehört in jeden Retrieverhalter- und Dummyfan-Bücherschrank! Dazu noch das Trainingsbuch – und der Grundstein ist gelegt. Norma Zvolsky gibt einen Einblick in die Dummyarbeit, gibt Tipps zum Training, erklärt Übungen und hat ein zwar nicht umfassendes – wie sollte das auch gehen? – aber sicher das umfassendste Werk zum Dummytraining geschrieben. Fazit: Kaufen!
Top Ten Buch!
“Trainingsbuch für Retriever” von N. Zvolsky
“Dummy-Arbeit mit Retrievern” von V. Ommerli
“Die drei Charaktere” von A. Bogaerts
“Retriever Training” von S. Scales
“Working Retrievers” von T. Quinn
V. Golden Retriever, Labrador Retriever & Co.
Wer sich für einen Rassehund entscheidet, sollte den Griff zum Rassehandbuch nicht scheuen. Wichtiger als das Äußere sind die Wesens- und Charakterzüge der Rasse, das Zuchtziel und wofür die Rasse ursprünglich gezüchtet wurde. Retriever apportieren. Wer sich nach dem Kauf beschwert, dass sein Welpe Hausschuhe, Fernbedienung und Sonnenbrillen durch die Gegend schleppt, hat die Bedienungsanleitung zu seinem Retriever nicht gelesen – also: Zugreifen!
“Das große Golden Retriever Buch” von V. Foss
Ein wunderbares Buch über eine wunderbare Rasse, ausführlicher als all die schmalen Bändchen und Hefte, die es sonst zu kaufen gibt. Hier gibt es sogar Bilder von bekannten englischen Ahnen, eine ausführliche Anleitung zum Trimmen und vieles mehr.
“Labrador Retriever” von R. Wild
“Der Golden Retriever” von S. Gray
VI. Bücher für Mehrhundehalter
Braucht man das? Bücher für Mehrhundehalter? Was unterscheidet eigentlich das Leben mit zwei oder mehr Hunden vom Leben mit einem Hund – außer, dass es mehr Dreck im Haus gibt und die Futterkosten sich schlagartig verdoppeln? Meine Meinung: Es gibt Bücher zum Thema, die die Welt nicht braucht. Und es gibt: Patricia McConnell.
“Einmal Meutechef und zurück” von P. McConnell
Ein großartiges Buch über das Zusammenleben mit mehreren Hunden. Hier geht es um Höflichkeit, Geduld und Regeln, die das Zusammenleben erleichtern, um Fairness, (Un-)Gerechtigkeit und die Gestaltung eines angenehmen Miteinanders – für alle. Fazit: Kaufen!
Top Ten Buch!
“Zwei Hunde, doppelte Freude” von P. Führmann / I. Franzke
Die Freude an diesem Buch war eher gering. Neue Erkenntnisse gewinnt man hier keine. Wer über die Mehrhundehaltung nachdenkt oder schon so weit ist und jetzt nach Ratschlägen sucht, sollte sich auf jeden Fall lieber Patricia McConnell kaufen.
